Der Walk of Shame ist eine interaktive Kampagne, die zur Thematik Zwangsprostitution, also Menschenhandel, aufklärt und sensibilisiert. Die Kampagne wird an öffentlichen Orten installiert, sodass ein Großteil der Gesellschaft in ihrem Alltag über sie stolpern kann. Vor allem Freier sollen von der Kampagne angesprochen werden, denn sie haben den direkten Kontakt zu Prostituierten und können, wenn sie dafür sensibilisiert sind, erkennen, ob es sich bei der Prostituierten eventuell um eine Zwangsprostituierte handelt.

Die Kampagne ist als ganzheitliches Erlebnis konzipiert. Auf dem Boden aufgesprüht, ist die Kampagne im öffentlichen Raum schnell sichtbar und begegnet den Passanten in ihrem Alltag. Der Walk of Shame besteht aus zwei Ebenen: Fußspuren und Texte. Die Fußspuren bilden den emotionale Part der Kampagne und beschreiben die einzelnen Akteure im Milieu: Das Opfer wird barfüßig gezeigt, der Zuhälter in Mafiosi-Schuhabdrücken und die Freier in ganz unterschiedlichen Alltagsschuhen. Normalerweise sind Spuren unsichtbar, genauso wie es Zwangsprostitution in unserer Gesellschaft ist. Die Kampagne soll das ändern. Die Spuren sollen Zwangsprostitution in unserem Alltag sichtbar werden lassen. Die zweite typografische Ebene liefert die informative Komponente der Kampagne: Die große Typografie gibt klare Informationen zum Thema. Die etwas kleinere, eingeklammerte Typografie stellt einen inneren Monolog der Frau dar. Durch diese Ebene wird die Persönlichkeit der Frau sichtbar, die in dem Milieu oft gänzlich verschwindet.

Der Walk of Shame ist ein Designprojekt, dass sich mit einer sozialen Thematik beschäftigt und damit zeigt, dass Design einen wichtigen Beitrag für Menschen und Umwelt leisten kann. Der Walk of Shame wurde 2017 von Ulrike Bruchhaus konzipiert, gestaltet und realisiert.