„Menschenhandel ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein Verstoß gegen die Würde und Unversehrtheit des Menschen.“ (Siehe Präambel des Palermo-Protokolls zur Definition von Menschenhandel.) Zwangsprostitution ist sexuelle Ausbeutung und das ist Menschenhandel. Deshalb gilt es das Prostitutionsgesetz und das Prostituiertenschutzgesetz auch nicht für die Opfer von Menschenhandel, also Zwangsprostituierte. Menschenhandel fällt in die Rubrik des Organisierten Verbrechens. Neben der sexuellen Ausbeutung kann auch Arbeitsausbeutung, erzwungene Betteltätigkeit, der Zwang zur Ausübung krimineller Taten, Organentnahme sowie Adoptions- und Heiratshandel Menschenhandel sein. Im Jahr 2000 wurde der Begriff Menschenhandel erstmals definiert. Dazu ein Auszug aus dem Palermo-Protokoll, das im Artikel 3 Menschenhandel erklärt: „Im Sinne diese Protokolls bezeichnet der Ausdruck ‚Menschenhandel‘ die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit oder durch Gewährleistung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zu Erlangung des Einverständnisses einer Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der Ausbeutung. Ausbeutung umfasst mindestens die Ausnutzung der Prostitution anderer und andere Formen sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeit, Slaverei oder sklavenähnliche Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Organen.“
Minderjährigen Opfern muss übrigens keine Gewalt angetan werden, damit der Tatbestand „Menschenhandel“ vorliegt. Menschenhandel ist international, kann aber auch nur innerhalb eines Landes vorkommen und ohne Grenzüberschreitung von einem Land in ein anderes  funktionieren. Die Menschenhandelsringe sind international sehr gut vernetzt und reichen von Mittelsmännern aus untersten Gesellschaftsschichten bis hin zu einflussreichen Posten in der Politik, Verwaltung und anderen Institutionen, die den Menschenhandel über die Grenzen hinaus möglich machen. In vielen Ländern dieser Welt ist Recht käuflich. Dadurch werden Täter nicht bestraft und Korruption nimmt immense Ausmaße an. Vor allem arme und hilfsbedürftige Menschen, die auf ein funktionierendes Rechtssystem angewiesen sind, leiden darunter. Korrupte und illegale Geschäfte treiben Menschenhandel voran. Meistens sind es die ärmsten, ungebildeten und hilflosesten Menschen, die in die Fänge von Menschenhändler geraten. „Mit weltweit jährlich 150 Milliarden US-Dollar Profit ist Sklaverei für viele Kriminelle ein lukratives Geschäft, dem an zu vielen Orten auf dieser Welt keinerlei Einhalt geboten wird (ILO)“.

Genaue Zahlen über den Umfang der Opfer von Menschenhandel in Deutschland und international gibt es kaum und wenn es sie gibt, sind sie nicht tragfähig oder vollständig. Es kursieren zu viele unterschiedliche Statistiken dazu, sodass man nicht eindeutig eine Zahl festhalten kann. Das „Bundeslagebild Menschenhandel“ des Bundeskriminalamtes (BKA) ist eine zuverlässige Quelle. Allerdings umfasst dieses nur die polizeilich bekannten und abgeschlossene Fälle. Im Jahr 2015 sind es 364 abgeschlossene Fälle, in der die Polizei Menschenhandel mit sexueller Ausbeutung ermittelt hat. Die Summe der nicht abgeschlossenen und der nicht ermittelten Fälle wird als sehr hoch vermutet.